Aus dem Alltag einer pflegenden Angehörigen

Frau Mechtild Wagner* ist vielen in der Gemeinde bekannt. Als musikpädago-gische Mitarbeiterin hat sie lange Jahre in der Gemeinde gewirkt. Was viele nicht wissen, Frau Wagner ist auch pflegende Angehörige. Sie hat seit 1990 ihre Eltern bei sich im Haus. Herr Bruno Dürer* war Superintendent, ist 96 Jahre alt und kann sich wegen einer allgemeinen Schwäche kaum bewegen. Seine Frau Brigitte* ist 91 Jahre alt und leidet unter starken Gelenkschmerzen. Sie muss daher starke Medikamente nehmen. Intensive Betreuung brauchen die beiden seit 2004.

 

Für Frau Wagner* beginnt der Tag um 7.30 Uhr. Sie reibt ihrer Mutter die schmerzenden Glieder ein und hilft ihr beim Anziehen. Unsere Zivis holen mit ihrer Hilfe den Vater aus dem Bett. Frau Wagner* verbindet den Katheder und versorgt die beiden bis gegen 10.15 Uhr. Danach kauft sie ein und kocht.

 

Zu Mittag isst sie mit ihren Eltern; danach bringen die Zivis und Frau Wagner* den Vater zu Bett. Am Nachmittag holt sie ihn mit einem Zivi aus dem Bett. Den Nachmittag verbringen die Eltern mit Spielen oder Gesprächen; dies bedeutet für Frau Wagner* eine Verschnaufpause. Gegen 19.00 Uhr wird das Abendbrot bereitet, danach geht Herr Dürer* zu Bett. Dabei helfen die Nachbarn.

 

Frau Wagner* beschreibt ihren Alltag wie folgt: „Mein Tagesablauf richtet sich ganz nach dem meiner Eltern. Dies war auch das Lebensmodell, das wir d. h. mein Mann und ich uns vorgestellt hatten, als wir 1990 die Eltern zu uns nahmen. Leider ist mein Mann 1993 gestorben und ich muss es allein schaffen. Das gelingt mir mit Hilfe der Zivis und meiner Nachbarn, die mir jeden Tag helfen und auch mal ganz für mich einspringen.“

 

Ein großes Problem ist für alte Menschen, damit fertig zu werden, nicht mehr alles zu können. Was bedeutet so eine Pflege für den Angehörigen? Dazu Frau Wagner*: „Man muss Prioritäten setzen. Die sozialen Kontakte kommen leider zu kurz. Bekannte  ziehen sich aus verschiedenen Gründen zurück; geistige Anregungen fehlen. Bei mir fehlt auch die Hilfe meiner Brüder, die weit entfernt wohnen und noch voll im Berufsleben stehen.“

Wie kann man als Pflegeperson diese Einschränkungen für sein eigenes Leben hinnehmen, ohne es die Kranken spüren zu lassen oder sich selbst aufzugeben? Im Fall von Frau Wagner* wird die Situation zunächst dadurch erleichtert, dass ihre Eltern sehr dankbar sind und dies auch zeigen. So wird die Liebe zwischen Eltern und Kind nicht auf die Probe gestellt. Außerdem schafft Frau Wagner* sich Freiräume, indem sie ihren Hobbys wie Handarbeiten, Musizieren zu Hause nachgeht. Falls sie mal in die Gefahr kommt, sich selbst leid zu tun, hat sie Freunde zum Jammern, die sie verstehen und dann wieder aufrichten. Als Kraftquelle dienen Frau Wagner ihr Glaube und auch der Gedanke an ihren Lebensabschnitt „danach", den sie mit ihren Eltern besprechen und planen kann.

 

Ein wichtigen Rat hat Frau Wagner* noch für die vielen anderen Frauen und Männer, die einen Angehörigen pflegen: „Man darf über der Pflege auf keinen Fall sich selbst vergessen, sondern sollte sich Kraftquellen und Hilfen suchen, um die schwere Situation zu bewältigen.“

 

Dabei hilft auch eine entscheidende Erkenntnis: Pflegende Angehörige sind nicht allein, viele Menschen befinden sich in der gleichen Situation. Es ist kein Armutszeugnis, seine Grenzen zu erkennen und Hilfe zu holen. Womöglich bei uns. Sie wissen ja: Wir helfen, wo wir können nach unserem bewährten Motto: „Hilfe geben – Hilfe nehmen“.

 

Übrigens bietet auch der ambulante Hospizdienst (aH) im Kölner Norden pflegenden Angehörigen seine Hilfe durch ehrenamtliche Mitarbeiter/innen an. Sie gilt auch Menschen, die schwerkrank oder auf längere Zeit pflegebedürftig sind.

 

Zögern Sie also nicht, ggf. mit dem aH in 50767 Köln/Heimersdorf, Taborplatz 4 Kontakt aufzunehmen oder ihn unter 0221 / 790 15 24 anzurufen.

Petra Rethmeier

 

*Wir danken Frau Wagner und ihren Eltern (alle Namen sind geändert!) ganz herzlich, dass sie uns so bereitwillig in ihrem Haus Auskunft über ihre Situation gegeben und uns erlaubt haben, diesen Artikel zu schreiben und mit einigen Photos zu illustrieren.

 

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