„Hilfe geben – Hilfe nehmen“ - Interview der Pfarrerin Siegrid Geiger der Evangelischen Kirchengemeinde Köln-Pesch mit Birgit Dahmen und Angela Schragen vom FKV

Aus Platzgründen ist der FKV im Oktober 2019 in neue Räume gezogen und ist jetzt an zentraler Stelle in Pesch in der Schulstraße 4 zu finden. Wir wünschen allen Mitarbeitenden dort ein gutes Einleben! Wie es der gemeinsamen über 40jährigen Geschichte entspricht, werden wir als Kirchengemeinde dem FKV weiterhin verbunden bleiben und an vielen Stellen eng zusammenarbeiten. 

 

evangelisch: Liebe Frau Dahmen, liebe Frau Schragen, wie lange und in welcher Funktion sind Sie schon im FKV tätig?

 

Birgit Dahmen: Ich bin jetzt seit 26 Jahren dabei - als Büroleitung sowie in der Beratung unserer Mitglieder.

 

Angela Schragen: Ich arbeite seit 8 Jahren beim FKV als Familienhelferin und bin damit eine von 25 Kolleginnen. Fachlich werden wir von Iris Bachmann begleitet.

 

evangelisch: Sie kommen mit vielen Menschen in Berührung, die Unterstützung brauchen. Wie kommen die Menschen zu Ihnen?

 

Birgit Dahmen: Da macht man sehr unterschiedliche Erfahrungen. Bei Ehepaaren ist es oft so, dass einer von beiden schon sehr belastet ist, wenn sie sich bei uns melden. Der pflegende Angehörige wartet oft zu lange damit, sich Hilfe zu holen, weil er / sie meint, es alleine schaffen zu müssen. Wir können die Menschen nur ermutigen, sich früh genug an uns zu wenden.

 

Angela Schragen: Die Alleinstehenden kommen in der Regel früher, weil sie für ihre Situation Sicherheit brauchen, kurz- und langfristig. Und dann gibt es noch die Kinder und die anderen Angehörigen. Sie kümmern sich um ihre Eltern, aber durch ihre Berufstätigkeit können und müssen sie eher die Pflege aus der Hand geben. Zu tun ist ja immer noch genug, auch „drumherum“.

 

Birgit Dahmen: Zur Beratung bin ich meist zweimal in den Familien, ehe die Tätigkeit auf die Familienhelferinnen übergeht. Was dann im Einzelnen nötig ist, wird immer gemeinsam besprochen. Und natürlich werden auch die Angehörigen mit ins Boot genommen.

 

evangelisch: Worin besteht denn erfahrungsgemäß der größte Bedarf?

 

Angela Schragen: Das umfasst Pflege und Betreuung; z.B. auch Spazierengehen, Gespräche, gemeinsame Beschäftigung aller Art, Arztbesuche.

Alle Familienhelferinnen sind auch geschult für den Umgang mit Menschen, die von Demenz betroffen sind.

 

evangelisch: Welche besonderen Anforderungen bringt die Demenz mit sich?

 

Angela Schragen: Trotz der Demenz sind ja die meisten Patienten körperlich noch fit, können also von daher zu Hause bleiben. Die kognitiven Fähigkeiten nehmen aber ab.

Da ist es gut, wenn wir Familienhelferinnen 1 bis 2mal die Woche kommen, um die Angehörigen zu entlasten, damit sie in Ruhe Dinge erledigen und auch wieder etwas Kraft tanken können.

 

Birgit Dahmen: Ab Pflegegrad 1 haben alle Betroffenen Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung für Entlastungsmaßnahmen bis zu 125,00€ mtl.. Da der FKV die Anerkennung hat, bekommt man unsere Leistungen für Betreuung und haushaltsnahe Dienstleistungen auch von der Pflegeversicherung erstattet.

Selbstverständlich unterstützen wir unsere Mitglieder auch, wenn nur kurzfristig Hilfe benötigt wird, z.B. nach einem Krankenhausaufenthalt oder einfach nur bei gesundheitlichen oder altersbedingten Beschwerden.

 

evangelisch: Das Motto des Vereins hieß schon ganz am Anfang: „Hilfe geben – Hilfe nehmen“. Was ist Ihrer Meinung nach einfacher – das Geben oder das Nehmen?

 

Birgit Dahmen: Bei Menschen, die früher selber viel Hilfe gegeben haben, ist es oft so, dass sie weniger gut Hilfe annehmen können.

 

Angela Schragen: Diejenigen, die auch früher schon mit Handicaps umgehen mussten, tun sich da oft leichter.

 

Birgit Dahmen: Man kann das ja gut nachvollziehen. Manchmal fehlt schon allein die Einsicht, dass man jetzt überhaupt Hilfe braucht. „Ich kann doch noch alles!“ -

Man möchte einfach nicht in die Situation des Empfangenden kommen.  

 

evangelisch: Was hilft denn dann, diese Schwelle zu überwinden?

 

Birgit Dahmen: Meistens ist das ein gutes Gespräch in einem vertraulichen Rahmen. Man kann z.B. darauf aufmerksam machen, dass der Partner / die Partnerin schon Anzeichen von Überlastung hat, sehr nervös ist oder unter Schlafstörungen leidet.

 

Angela Schragen: Ich versuche unseren Mitgliedern einige Brücken zu bauen, damit sie die Situation positiv sehen können. Z.B.. „Jetzt sind Sie in der Komfortzone; Sie müssen nicht mehr alles alleine machen! Sie holen sich Service ins Haus! Früher gab es doch auch Hauspersonal oder eine Gesellschafterin... Genießen Sie die Zuwendung!“  Oder: „Ich bin nur Ihre dritte Hand. An seinen Rücken kommt schließlich keiner dran!“ Natürlich kann man nicht jedem Thema mit Humor begegnen, aber oft hilft es. - Dieser positive Ansatz ist sehr wichtig.

Wir machen ein Angebot, das unsere Mitglieder gern in Anspruch nehmen können. So können sie von den Früchten ernten, die sie selber mit gesät haben.

 

evangelisch: Wie viele Mitglieder sind es denn zur Zeit beim FKV Pesch?

 

Birgit Dahmen: 1350 Mitglieder, von denen aktuell ca. 80 gepflegt bzw. betreut werden.  

 

evangelisch: Das ist wirklich beeindruckend! Darf ich Ihnen noch eine persönliche Frage stellen? Wie hat die Arbeit im FKV Sie selbst geprägt oder verändert?

 

Angela Schragen: Vieles, was man dabei erlebt, geht einem ja sehr ans Herz. Und man erlebt auch nach jedem Einsatz viel Wertschätzung und Dankbarkeit. Für mich hat das auch eine spirituelle Seite. Ich sage mir oft: „Wenn Jesus seinen Jüngern die Füße waschen konnte, dann schaffst du das auch.“ ER ist immer dahin gegangen, wo Hilfe gebraucht wurde.

 

Birgit Dahmen: Ich habe in der Arbeit mehr und mehr gemerkt, dass es mein Ding ist, mit Menschen umzugehen. Ich war ja vorher Bankkauffrau und Sozialversicherungs-angestellte, und als ich durch Frau Schmelz zum FKV kam, konnte ich dadurch diese mitmenschliche Ebene noch viel besser umsetzen. Durch die Dankbarkeit, die ich hier erlebe, bin ich auch selbst zufriedener geworden. Ich hoffe, später selbst einmal gut Hilfe annehmen zu können. Zum Glück gibt es ja heute schon mehr Bewusstsein dafür als in früheren Generationen, dass man sich auch mal etwas Gutes tun lassen darf…

 

evangelisch: Herzlichen Dank für dieses Gespräch und Gottes Segen und viel Kraft für Ihre Arbeit!

 

Siegrid Geiger

Der FKV ist "Ihr Verein"!

Wer von uns weiß schon, ob oder wann sie/er der Pflege oder Betreuung bedarf? Da ist es gut zu wissen, dass der ortsnahe FKV schnelle und kompetente Hilfe anbietet. Das kann unser Verein nur dank seiner zurzeit rund 1.400 Beitrag zahlenden Mitglieder leisten.
Damit aber zeitaufwändige Pflege auch weiterhin möglich und erschwinglich bleibt, gilt: Je größer die Zahl der Mitfglieder ist, desto besser und zuverlässiger sind die Möglichkeiten der Pflege.

 

Sie sind noch kein FKV-Mitglied und suchen eine aufgeschlossenen Gemeinschaft, in der Junge ==> Alten und Gesunde ==> Kranken solidarisch beistehen?
Sie sind sozial engagiert und möchten pflege- und hilfsbedürftige Menschen in Pesch, Esch/Auweiler oder Lindweiler unterstützen?

Dann ist der FKV Ihr Verein!
Der Mitgliedsbeitrag von nur 30 Euro im Jahr sollte Ihnen die Entscheidung für einen Beitritt doch leichtmachen.
Ich würde mich jedenfalls freuen, Sie bald bei uns herzlich willkommen zu heißen.

 

Ihr Alberto Correa
(Vorsitzender des Familien- und Krankenpflegevereins Köln-Pesch e. V.)

 

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FKV-Vortragsveranstaltung „Richtig vererben“ am 13. Juni 2019

Der Einladung folgten fast 50 interessierte Gäste. Detlev Balg, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht, erklärte den Anwesenden in seinem Vortrag anschaulich und eindringlich, warum die Erstellung eines Testaments so wichtig ist und wie man es rechtskonform anfertigt.
Mit Schaubildern und Tabellen zum deutschen Erbfolgerecht und den diversen Formen von Testamenten und letztwilligen Verfügungen wusste der Rechtsexperte die Besonderheiten von Ehegattentestamenten oder dem "Berliner Testament" übersichtlich und konkret zu verdeutlichen.

Sämtliche aus dem Publikum gestellte Fragen beantwortete der Referent souverän. Im Anschluss hatten die Besucher zudem noch Gelegenheit, persönliche Fragen zu erörtern.
Der FKV dankt Herrn Balg für seinen kurzweiligen, informativen und zum Teil richtig spannenden Vortrag.

Birgit Dahmen (Text) - Heribert Dahmen (Fotos)

Vor Haustürgeschäften wird gewarnt

Informationsabend des FKV mit Frau Bembennek (Foto li.) von der Verbraucherzentral NRW und dem Bezirkapolizisten aus Pesch, René Rhiem am 26.04.2018

Unter dem Motto „Haustürgeschäfte und Abzockmasche – So etwas kann mir doch nicht passieren“ trafen sich 24 Interessierte zu einer Informationsveranstaltung im Versammlungsraum der katholischen Kirche St. Elisabeth in Köln-Pesch – und doch gaben Anwesende offen zu, beinahe auf den „Enkeltrick“ hereingefallen zu sein.

Frau Bembennek von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gab wertvolle Tipps, wie man sich bei sogenannten Haustürgeschäften verhalten sollte. Häufig wird bei Haustürgeschäften der Überraschungseffekt ausgenutzt, um Verbraucher – insbesondere ältere Menschen – zu einem unüberlegten Vertragsabschluss zu verleiten.

 

Doch auch für den Fall, dass man ein solches Haustürgeschäft abgeschlossen haben sollte und es gerne wieder rückgängig machen möchte, besteht die Möglichkeit, den abgeschlossenen Vertrag innerhalb von 14 Tagen zu widerrufen. Die Widerrufsfrist beginnt generell erst mit dem Erhalt einer ordnungsgemäßen Widerrufsbelehrung. 

 

Nach dem sehr aufschlussreichen Vortrag von Frau Bembennek berichtete der Bezirkspolizist aus Pesch, René Rhiem (Foto), über Vorgehensweisen von Kriminellen, um Einlass in Wohnungen zu erlangen. Oft seien vor allem Seniorinnen und Senioren betroffen. Herr Rhiem gab zum Schutz vor möglichen Betrügereien an der Haustür folgende Empfehlungen:

  • Bewahren Sie keine größeren Geldbeträge zu Hause auf.
  • Werden Sie misstrauisch, wenn überraschend angebliche Freunde und Bekannte Ihrer Familienangehörigen Sie um größere Geldbeträge bitten.
  • Übergeben Sie niemals Geld an Personen, die Sie nicht kennen! Auch dann nicht, wenn diese angeblich von einem Ihnen nahen Verwandten (z. B. einem Enkel) geschickt wurden und der Besuch eventuell angekündigt war.
  • Lassen Sie keine Personen in die Wohnung, die Sie nicht kennen.
  • Öffnen Sie die Tür immer nur mit vorgelegter Türsperre (Bügel oder Kette).

Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit! Echte Verwandte oder Bekannte werden für Ihre Vorsichtsmaßnahmen Verständnis aufbringen.

 

Birgit Dahmen (Text) / Alberto Correa Langer (Fotos)

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